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Visual Basic 2005 von Andreas Kühnel
Das umfassende Handbuch
Buch: Visual Basic 2005

Visual Basic 2005
1.233 S., mit 2 CDs, 59,90 Euro
Galileo Computing
ISBN 3-89842-585-1
gp Kapitel 13 Serialisierung
  gp 13.1 Einführung in die Serialisierung
    gp 13.1.1 Serialisierungsverfahren
  gp 13.2 Serialisierung mit »BinaryFormatter«
  gp 13.3 Serialisierung mit »SoapFormatter«
  gp 13.4 Serialisierung mit »XmlSerializer«
    gp 13.4.1 XML-Serialisierung mit Attributen steuern


Galileo Computing

13.4 Serialisierung mit »XmlSerializer«  downtop

Die Serialisierung mit der Klasse XmlSerializer, die zum Namespace System.Xml.Serialization.XmlSerializer gehört, unterscheidet sich gravierend von den Klassen BinaryFormatter und SoapFormatter:

gp  Die im XML-Format zu serialisierende Klasse muss Public definiert sein.
gp  Es werden nur Public deklarierte Instanzfelder serialisiert. Öffentliche statische Felder werden in den Serialisierungsprozess nicht mit einbezogen.
gp  Die zu serialisierende Klasse muss einen öffentlichen, parameterlosen Konstruktor haben. Dieser wird von XmlSerializer aufgerufen.
gp  Die Steuerung der XML-Serialisierung erfolgt mit Attributen, die im Namespace System.Xml.Serialization zu finden sind. Damit ist es beispielsweise möglich, bestimmte Felder vom Serialisierungsprozess auszuschließen.
gp  Im Gegensatz zu BinaryFormatter und SoapFormatter ist das Serializable-Attribut nicht zwingend vorgeschrieben.

Obwohl unter Nutzung aller sich bietenden Möglichkeiten die XML-Serialisierung aufwändiger zu programmieren ist, hat sie einen entscheidenden Vorteil: XML ist ein offener Standard und deshalb plattformunabhängig. Die auf diese Weise serialisierten Daten lassen sich folglich von beliebigen Anwendungen verarbeiten.

Im folgenden Beispiel wird das gezeigt. Um einen Vergleich zu haben, soll dazu das Beispiel BinaryFormatter entsprechend umgeschrieben werden. Da ClassA im Ausgangsbeispiel einen parametrisierten Konstruktor aufweist, der den Standardkonstruktor ausblendet, muss die Klassendefinition um einen parameterlosen Konstruktor ergänzt werden. Sehen wir uns jetzt den Code des Beispiels an.


' ----------------------------------------------------------
' Beispiel: ...\Kapitel 13\XMLSerialisierung
' ----------------------------------------------------------
Imports System.Xml.Serialization
Imports System.IO
Module Module1
Dim xmlSer As XmlSerializer
Dim myStream As FileStream
Sub Main()
xmlSer = New XmlSerializer(GetType(ClassA))
Dim obj As ClassA = New ClassA(310, "Peter")
SerializeObject(obj)
Dim oldObj As ClassA = DeserializeObject()
Console.WriteLine(oldObj.intVar)
Console.WriteLine(oldObj.Name)
Console.ReadLine()
End Sub
' Objekt serialisieren
Public Sub SerializeObject(ByVal obj As Object)
myStream = New FileStream("C:\MyObject.dat", _
FileMode.Create)
xmlSer.Serialize(myStream, obj)
myStream.Close()
End Sub
' Objekt deserialisieren
Public Function DeserializeObject() As ClassA
Dim fs As FileStream = _
New FileStream("C:\MyObject.dat", FileMode.Open)
Return xmlSer.Deserialize(fs)
End Function
End Module
' zu serialisierender Typ
Public Class ClassA
Public intVar As Integer
Private strName As String
Public Sub New()
End Sub
Public Sub New(ByVal x As Integer, ByVal str As String)
intVar = x
strName = str
End Sub
Public Property Name() As String
Get
Return strName
End Get
Set(ByVal value As String)
strName = value
End Set
End Property
End Class

Das Serialisierungsobjekt vom Typ XmlSerializer ersetzt das von uns vorher benutzte BinaryFormatter-Objekt. Dazu wird ein Konstruktor aufgerufen, der die Type-Angabe über das zu serialisierende Objekt entgegennimmt.


xmlSer = New XmlSerializer(GetType(ClassA))

Sehen wir uns zum Abschluss noch den Inhalt der XML-Datei an:


<?xml version="1.0"?>
<ClassA xmlns:xsd="http://www.w3.org/2001/XMLSchema"
xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance">
<intVar>310</intVar>
<Name>Peter</Name>
</ClassA>


Galileo Computing

13.4.1 XML-Serialisierung mit Attributen steuern  toptop

Sie wissen nun, wie Sie Daten aus einem Objekt in XML serialisieren und übertragen können. Die XML-Serialisierung lässt sich darüber hinaus mit zusätzlichen Attributen steuern und das Ausgabeformat der serialisierten Daten bestimmen.

Diese Attribute gehören zum Namespace System.Xml.Serialization. Die folgende Tabelle gibt einen kleinen Überblick über die wichtigsten Attribute.


Tabelle 13.2     Attribute zur Steuerung der Ausgabe in einer XML-Datei

Attribut Beschreibung
XmlArray Gibt an, dass ein bestimmtes Klassen-Member als Array serialisiert werden soll.
XmlArrayItem Legt den Bezeichner in der XML-Datei für den vom Array verwalteten Typ fest.
XmlAttribute Die Eigenschaft wird als XML-Attribut und nicht als XML-Element serialisiert.
XmlElement Dieses Attribut legt den Elementnamen in der XML-Datei fest. Standardmäßig wird der Bezeichner des Feldes verwendet.
XmlIgnore Legt fest, dass die Eigenschaft nicht serialisiert werden soll.
XmlRoot Legt den Bezeichner des Wurzelelements der XML-Datei fest. Standardmäßig wird der Bezeichner der zu serialisierenden Klasse verwendet.

Am folgenden Beispiel wollen wir uns die Wirkungsweise der Attribute verdeutlichen. In der Anwendung ist die Klasse Person definiert. Mehrere Objekte vom Typ Person können von einem Objekt der Klasse Personenliste verwaltet werden.


' ----------------------------------------------------------
' Beispiel: ...\Kapitel 13\XMLAttributeDemo
' ----------------------------------------------------------
Imports System.Xml.Serialization
Imports System.IO
...
<XmlRoot("PersonenListe")> _
Public Class PersonenListe
<XmlElement("Listenbezeichner")> _
Public Listenname As String
<XmlArray("PersonenArray")> _
<XmlArrayItem("PersonObjekt")> _
Public Personen() As Person
Public Sub New()
End Sub
Public Sub New(ByVal name As String)
Me.Listenname = name
End Sub
End Class
Public Class Person
<XmlElement("Name")> _
Public Zuname As String
<XmlElement("Wohnort")> _
Public Ort As String
<XmlElement("Alter")> _
Public Lebensalter As Integer
<XmlAttribute("PersID", DataType:="string")> _
Public ID As String
Public Sub New()
End Sub
Public Sub New(ByVal zuname As String, _
ByVal ort As String, ByVal alter As Integer, _
ByVal id As String)
Me.Zuname = zuname
Me.Ort = ort
Me.Lebensalter = alter
Me.ID = id
End Sub
End Class

Ehe wir uns die Auswirkung der Attributierung ansehen, hier zuerst der Code, der Person-Objekte mit XmlSerializer serialisiert.


Module Module1
Sub Main()
Dim catalog As PersonenListe = _
New PersonenListe("Teilnehmerliste")
catalog.Listenname = "Teilnehmerliste"
Dim persons(1) As Person
' Personen erzeugen
persons(0) = New Person("Peter", "Berlin", 45, "117")
persons(1) = New Person()
persons(1).Zuname = "Franz-Josef"
persons(1).Ort = "Aschaffenburg"
catalog.Personen = persons
Dim serializer As XmlSerializer = _
New XmlSerializer(GetType(PersonenListe))
Dim fs As FileStream = _
New FileStream("Personenliste.xml", FileMode.Create)
serializer.Serialize(fs, catalog)
fs.Close()
catalog = Nothing
' deserialisieren
fs = New FileStream("Personenliste.xml", FileMode.Open)
catalog = serializer.Deserialize(fs)
serializer.Serialize(Console.Out, catalog)
Console.ReadLine()
End Sub
End Module

Das Array persons beschreibt ein Array von Person-Objekten, das zwei Objekte dieses Typs enthält. Die Referenz auf persons wird der Eigenschaft Personen eines PersonenListe-Objekts zugewiesen. Danach erfolgt die Serialisierung mit XmlSerializer in eine XML-Datei.

Nach der Serialisierung wird die Datei deserialisiert und ein serialisierender Datenstrom erzeugt, der in der Konsole seinen Abnehmer findet. So können wir uns den Inhalt des XML-Stroms direkt im Konsolenfenster ansehen, ohne die XML-Datei öffnen zu müssen.


<?xml version="1.0" encoding="ibm850"?>
<PersonenListe xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance"
xmlns:xsd="http://www.w3.org/2001/XMLSchema">
<Listenbezeichner>Teilnehmerliste</Listenbezeichner>
<PersonenArray>
<PersonObjekt PersID="117">
<Name>Peter</Name>
<Wohnort>Berlin</Wohnort>
<Alter>45</Alter>
</PersonObjekt>
<PersonObjekt>
<Name>Franz-Josef</Name>
<Wohnort>Aschaffenburg</Wohnort>
<Alter>0</Alter>
</PersonObjekt>
</PersonenArray>
</PersonenListe>

Beachten Sie, wie die Verwendung der Attribute Einfluss auf die Elementbezeichner in der XML-Ausgabe haben.

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